Kulturhaus „ Steinstadel“

Haus-Nr. Brauhausgasse 1

Früher   Geräteschuppen – Stroh- und Getreidestadel der Mittelmühle.

 

Ursprünglich gehörte der Steinstadel zum Hofbereich der Mittelmühle. Sie wird schon im Mittelalter als Mühle zwischen der Oberen und der Pfistermühle geführt.

 

Um 1830 ist ein Georg Kerschensteiner als Besitzer genannt. Sein Sohn dürfte auch als Erbauer des jetzigen Steinstadels gelten, denn ein Datumstein im östlichen Giebel trägt die Zeichen „F.K. 1855. (Franz Kerschensteiner 1855). Dabei könnte es sich aber auch um eine Vergrößerung bzw. einen Umbau eines älteren Gebäudes an dieser Stelle handeln, da im Urkataster von 1830 bereits ein Gebäude an dieser Stelle eingezeichnet ist. Von 1865 bis 1869 führte dieser Franz Kerschensteiner auch als Bürgermeister die Geschäfte der Gemeinde.n. Um 1872 tritt wieder der Name Franz Kerschensteiner als Eigentümer auf, vermutlich der Sohn des vorgenannten.Seine Ehe mit Frau Walburga, geb. Heigl. war mit Kindern reich gesegnet. Als Franz früh starb musste die Ehefrau Walburga als Müllerswitwe den Betrieb alleine weiterführen. Sie teilte das Anwesen jedoch und übergab den Teil rechts der Lauterach mit dem Sägewerk an den Sohn Michael und den landwirtschaftlichen Bereich links der Lauterach an den Sohn Ludwig. Ihm fiel auch der Stadel zu.

 

Und dieser Stadel wurde vielfältig, meist landwirtschaftlich genutzt. Im Einfahrtbereich des Tores standen häufig gebrauchte Maschinen. Rechts daneben wurden zeitweise Tiere untergestellt oder Futtervorräte für Feiertage gelagert. Im oberen Stock stapelten sich die Garben des frischen oder gedroschenen Getreides. Direkt unter dem Dachfirst war Getreide zum Trocknen aufgeschüttet. Hier hatte der Besitzer auch einen Taubenschlag eingerichtet.

Als Michael Kerschensteiner früh starb, konnte Ludwig K. das Sägewerk mit dem zugehörigen Grund erwerben und baute darauf ein neues Wohngebäude. Im Jahre 1987 starb aber auch der letzte Besitzer und Landwirt, Ludwig Kerschensteiner.

 

Da kein Nachfolger bereit stand, wurde der Hof mit dem Stadel von der Gemeinde als Fläche für einen innerörtlichen Parkplatz erworben. Folgerichtig erfolgte in den Jahren 1992/93 der Abbruch  aller Gebäude, außer des denkmalgeschützten Wohnhauses und des Steinstadels.

Im Herbst 2012 begann die Restaurierung des Stadels mit dem Dachstuhl. Sie wurde im Mai 2013 mit der Neueindeckung abgeschlossen. Die Arbeiten im Innern dauerten bis Herbst 2013 und fanden ihren Abschluss bei der Einweihung im November 2013 als

 

                                                                          „Kulturstadel Kastl“.

 

Durch eine sehr moderne lichtspendende  Eingangstüre betritt man den saalartigen Raum im Erdgeschoss, der durch den rauen ursprünglichen Wandputz und den steinernen Fußboden noch die alte Verwendung vermuten lässt. Große Fenster als  Lichtquellen fehlen. Eine großzügig angelegte Holztreppe führt im vorderen, rechten Bereich in den ersten Stock. Hier mildern der Holzfußboden und die gedrungene Holzdecke den alten, rustikalen Putz der Wände merklich ab.

                                                                                                                                                                     Hermann Römer                                                          

 

neuer stadel
alter Stadel

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