Joachim Tschacher

Mainburg

 

„Bootschaft" im Pflegschloss in Schrobenhausen


Das Kunstwerk vereint handwerkliches Geschick und tiefgründige Aussage
 

Das Stück, gleichermaßen faszinierend schlicht wie - seiner 7,50 Meter Länge wegen -imposant schwebt die „Bootschaft" auf Höhe des ersten Stockwerks im Pflegschloss-museum. Ohne den Raum dominieren oder die hier wechselnd stattfindenden Ausstellungen beeinflussen zu wollen, schmiegt sich das Kunstwerk an die parallel verlaufende Rampe beinah so, als wäre es explizit für diesen Ort geschaffen worden. Dem ist nicht so, denn, wie es nun mal in der Natur von Booten liegt, ging die „Bootschaft" gleich nach ihrer Entstehung 1996 auf Reisen, zu Ausstellungen in Passau, Hamburg oder Siena, um schließlich 2007 in Schrobenhausen endgültig vor Anker zu gehen. Bambus dient dem Boot als Gerüst, handge- schöpftes Papier aus Weizenstroh verleiht die beeindruckende Transluzenz.
Die Botschaft
Was dabei herauskommt, wenn versiertes Handwerk auf tiefgründige Aussage trifft, ist Kunst im bestmöglichen Sinn. Immer schon habe ihn das Thema Boot fasziniert, erzählt der Künstler. Weil es die Menschen seit Urzeiten begleitet, für manche sogar Lebensraum ist. So etwa in fernöstlichen Ländern, in denen Menschen auf Booten geboren werden und auf Booten sterben.
Zwei verschiedenen Arten widmet sich der Künstler: Dem „lifeboat", einer Art Lebensboot, breit, aufnahmefähig, das es zu unterhalten und kultivieren gilt, um später dann umzusteigen in ein Gefährt wie die „Bootschaft", das Menschen aus diesem in das andere Leben führt, das damit den Übergang von dieser zur nächsten Welt bedeutet. Eine Art Totenschiff, wie es in vielen Kulturen zu finden ist.
Der Künstler
Joachim Tschacher, 1943 in Bad Reinerz geboren, lebt in Ebrantshausen in der Holledau.
Seit dem Studium an der Akademie der bildenden Künste in München arbeitet er als Lehrer und Bildhauer in Mainburg.

Text: Ute De Pascale

www.joachim.tschacher.de/

 

bba
bbc
bbb

Kastler - Kunst - Tage

Logo_2020_web